Spieltechnik > Ziehen der Saite, Saitenziehen

engl. (string)bending
Eine spezielle Artikulationstechnik auf der Gitarre. Mit dem Greiffinger wird die zu spielende Saite nach dem Anschlag zur Seite weggedrückt. Durch die Dehnung erhöht sich die Schwingungsfrequenz und dadurch die Tonhöhe. Du erzielst damit einen jammernden seufzenden Ton. Diese Technik wird mehr oder weniger in allen Stilrichtungen benutzt. Charakteristisch ist sie jedoch für das BluesGitarrenSpiel (Blue-Notes). Für die Zieh-Technik werden meistens die drei hohen Saiten (g, b und e) benutzt.
Der Tonumfang des Bendings liegt üblicherweise  zwischen einem und vier Halbtonschritten (große Terz).
Wieweit sich eine Saite ziehen läßt, ist von der Saitenstärke (Gauge) und natürlich deiner Technik abhängig. Auch Profis, die häufig diese Technik benutzen, haben daher dünne oder extradünne Saiten auf der Gitarre.
Das Saitenziehen kann grundsätzlich mit jedem Finger der Griffhand ausgeführt werden.
Wichtiger Tip!  Auch dickere Saiten lassen sich viel besser ziehen, wenn du die anderen Finger zu Hilfe nimmst. 
Anfänger haben häufig Probleme mit dieser Technik. Insbesondere weil es eine Zeit und viel Übung benötigt, bis die Finger die notwendige Kraft aufbringen können. Weitere Schwierigkeit liegt in der sauberen Durchführung, insbesondere auch darin, den Zielton auf die richtige Tonhöhe zu bringen. 

Da es sich hier um eine Basistechnik handelt, die Generationen von Gitarristen benutzen, haben sich verschiedene Varianten herausgebildet, die nachfolgend im einzelnen vorgestellt werden:
Aufwärtsziehen engl. bend up -Die Saite wird nach dem Anschlag langsam zur Seite gedrückt. Die Tonhöhe erhöht sich entsprechend bis hin zum Zielton.  Je nachdem, wie schnell diese Technik ausgeführt wird, handelt es sich um einen Slow bend oder einen Fast Bend.

Smear von engl. wischen,schmieren;  ist ein kurzer schneller Saitenzieher nach oben, ohne eine bestimmten Zielton.

Nachlassen des Saitenzuges - engl. release bend, reverse bend, pre bending; ist das Gegenstück zum Aufwärtsziehen.  Die Saite wird zur Seite gedrückt, erst dann wird sie angeschlagen. Während des Klingens wird der Druck nachgelassen. Der Ton wird tiefer, bis du den „normalen“ Ausgangston erreicht hast.
Hier wird im Grunde genommen der Ausgangston zum Zielton.

Vibrato
Die gegriffene und angeschlagene Saite wird schnell hin- und herbewegt. Dadurch ergibt sich eine wellenförmige Tonhöhenschwankung.  Nebeneffekt ist hier, daß die Saite viel länger klingt, was den Eindruck eines ellenlangen Sustains erzielt. 
Bending mit mehr als einer Saite. Ein häufig von RockGitarristen benutztes Bending besteht darin, daß der Ton einer Saite durch die Bending Technik zu einem zweiten normal gespielten Ton hochgezogen wird.

Beispiel:
Der Zeigefinger greift den 5. Bund der B-Saite.
Ringfinger greift 7.Bund der G-Saite. G-Saite anschlagen und die Saite langsam ziehen, und während des Ziehens die B-Saite anschlagen. Gezogen wird die G-Saite, bis der Klang beider Töne gleich ist.

Mit viel Übung und entsprechender Technik lassen sich auch mehrere Saiten gleichzeitig ziehen. Durch die unterschiedliche Dicke der Saiten ist es auch
schwierig eine für alle Saiten gleichmäßige Tonerhöhung zu erreichen. Versuche selber einige Kombinationen herauszufinden, und probiere sie in
dein Spiel einzubauen.